Ein hochflammendes Feuer gemeinschaftlich mit Freunden und Bekannten zu erleben lockt auch bei unsicherem Wetter immer viele Menschen an und gehören in unserem Landstrich zu einer tief verwurzelten Tradition. So ist es auch beim Osterfeuer der Kolpingfamilie in Westünnens. Es geht zur Brucknerstraße, auch mit dem Regenschirm. Ein kleiner Umtrunk, ein Würstchen vom Grill – alles war, wie immer, vorbereitet und wurde genutzt.
Osterfeuer, Osterräder, Ostermeiler, all diese Variationen haben eine sehr lange Tradition und werden von Leuten aller Konfessionen und Religionen angezündet. Als germanischer Brauch zur Sicherung von Fruchtbarkeit, des Wachstums und der Ernte ist er von den Christen übernommen worden. Der Brauch ist seit 1559 offiziell belegt und steht symbolisch für die Sonne als Mittelpunkt des menschlichen Lebens und diente als Auftakt für die Osterfeiertage.
Osterfeuer haben einen vergleichbaren Stellenwert wie Altstadt- oder Schützenfest: Die Menschen kommen zusammen, sind Teil der Gemeinschaft, man trifft Freunde und Familie. Osterfeuer sind wie andere Feste im Jahr auch identitätsstiftend. Gerade für die kleinsten der kleineren Ortschaften, in denen sonst keine großen Veranstaltungen ausgerichtet werden, sind sie oft einer der wenigen Anlässe, bei denen einmal das ganze Dorf zusammenkommt – und sich einmal zeigt, wie überraschend viele Menschen doch in der Nachbarschaft leben.
Unser herzlicher Dank geht an die Mitarbeiter der Kolpingfamilie Westtünnen, die den traditionellen Brauch in jedem Jahr vorbereiten und ausrichten. Das ist sicher gelebte Dorfgemeinschaft in einer sich immer mehr individualisierenden Gesellschaft.



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