Trauer um Lieselotte Schriek

05.05.2026

Ehemalige Bezirksvorsteherin im Alter von 99 Jahren verstorben

Der Stadtbezirk Rhynern, der CDU Kreisverband Hamm und der CDU Ortsverband Rhynern trauern um Lieselotte Schriek. Sie war die prägende Persönlichkeit des Hammer Stadtbezirks Rhynern.  Sie verstarb am 1. Mai im Alter von 99 Jahren. Mit ihr verliert Rhynern eine Persönlichkeit, die nicht nur Verantwortung trug, sondern Nähe lebte – zu den Menschen, zu den Themen, zu ihrem Ort.

Von 1984 bis 1999 stand sie als Bezirksvorsteherin an der Spitze des Stadtbezirks – als erste Frau in diesem Amt in Hamm. Doch Titel allein beschreiben ihr Wirken nicht: Lieselotte Schriek verstand Politik nie als Distanz, sondern als Gespräch. Sie suchte den Austausch, hörte zu, nahm Anliegen ernst und trug sie weiter in die politischen Gremien. Ihr wichtigstes Anliegen war stets der direkte Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern – und genau darin lag ihre besondere Stärke.

In ihre Amtszeit fielen wichtige Entwicklungen für Rhynern: die Einweihung des Jugendzentrums an der Unnaer Straße, des Feuerwehrhauses in der Vöhde sowie evangelischer Kindergärten in Berge und Rhynern. Auch der Haltepunkt des früheren Bahnhofs in Westtünnen wurde damals gefasst. Es sind sichtbare Spuren ihres Engagements – Orte, die bis heute Teil des täglichen Lebens sind.

Bereits 1975 wurde sie in die Bezirksvertretung gewählt, der sie als Mitglied der CDU-Fraktion angehörte. Auch darüber hinaus brachte sie sich ein, unter anderem als Vorsitzende der Ortsunion Rhynern von 1988 bis 1992. Ihr politisches Wirken war nie Selbstzweck, sondern Ausdruck eines tiefen Verantwortungsgefühls für ihren Stadtbezirk.

Besonders am Herzen lag ihr der Heimatverein Rhynern. Als Gründungsvorsitzende im Jahr 1991 prägte sie dessen Entwicklung über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg. Bis 2013 stand sie an der Spitze des Vereins, später wurde sie Ehrenmitglied. Doch auch danach blieb sie präsent – bei Veranstaltungen, in der plattdeutschen Runde, auf dem Weihnachtsmarkt. Ihr Engagement kannte keinen Ruhestand.

Mit großem Einsatz trug sie dazu bei, das Heimathaus an der Unnaer Straße zu erwerben, verbunden mit der Stadt Hamm, und setzte sich erfolgreich für Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Das Heimathaus heute ist lebendiger Ort der Begegnung – und trägt auch ihre Handschrift. Ihr ehrenamtlicher Weg begann beim Deutschen Roten Kreuz und führte sie weiter in die evangelische Frauenhilfe sowie in zahlreiche Vereine des Ortes, darunter auch Schützenvereine. Ihre langjährige Verbundenheit wurde vielfach gewürdigt – nicht zuletzt durch Auszeichnungen für jahrzehntelange Mitgliedschaften.

Für ihre Verdienste wurde sie im Jahr 2000 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Eine Ehrung, die sichtbar macht, was viele in Rhynern längst wussten: dass ihr Wirken weit über das Alltägliche hinausging.

Mit Lieselotte Schriek verliert Rhynern eine prägende Gestalt, deren Einsatz und Menschlichkeit bleiben werden – in Erinnerungen, in Begegnungen, in Orten, die sie mitgestaltet hat.